Christian Wurditsch

Dr. Christian Wurditsch

Unternehmer, Investor, Business Angel

Christian Wurditsch

Dr. Christian Wurditsch

Unternehmer, Investor, Business Angel

Die Insolvenzwelle kommt – Zeit sich vorzubereiten

insolvenzwelle-commitly

90-Sekunden-Fakten (Spoiler inbegriffen)

  • Die Insolvenzwelle ist bislang nur nach hinten verschoben
  • Jeder wird davon betroffen sein
  • Sofortige Standortbestimmungen hinsichtlich Cash-Status und Geschäftsmodell sind gefragt
  • Die Weichenstellungen für die Ausrichtung des Geschäftsmodell auf Post-Corona-Zeitalter sind einzuleiten 
  • Die laufende Liquiditätsplanung wird in der Insolvenzwelle zur Standardtätigkeit von Unternehmenslenkern  

 

Vollbremsung durch den wirtschaftlichen Lock-Down

 

Der Lock-Down war für viele Unternehmen eine erzwungene Vollbremsung ihres Geschäftsbetriebs. Vollbremsungen im Straßenverkehr können auf der einen Seite Unfälle vermeiden, aber andererseits auch zu Folge-Unfällen führen. Derartige Folgewirkungen werden für viele Unternehmen mehr und mehr in den Finanzzahlen sichtbar. 

 

Die verschiedenen Branchen waren und sind unterschiedlich von der Pandemie-Massnahmen und den nachfolgenden Konsumentenverhalten betroffen. Doch selbst innerhalb der gleichen Branche konnten je nach der vorhandenen Substanz des Unternehmens und den ergriffenen Maßnahmen Schäden unterschiedlich abgemildert bzw. verkraftet werden. 

 

Ähnlich verhält es sich im Straßenverkehr. Es gibt Fahrer, die vorausschauender fahren als andere. Manche lenken Fahrzeuge, die schlecht gewartet oder zu stark beladen sind. Andere wiederum profitieren von neusten Reifen oder von technischen Innovationen wie einem Bremsassistenten. Gleichzeitig sind Autolenker wie auch Unternehmenslenker unterschiedlich auf derartige kritische Situationen aufgrund ihrer Erfahrungen aus ähnlichen Gegebenheiten, Fahrtrainings, Ausbildungen, früheren Positionen vorbereitet. 

 

Die Unternehmenslenker sind mit der wirtschaftliche Vollbremsung ähnlich unterschiedlich umgegangen und agieren jetzt auch dementsprechend vielfältig weiter. 

 

  • Einige nehmen hauptsächlich den Kontostand als Tachometer und vertrauen darauf, dass alle anderen mit der Durchschnittsgeschwindigkeit im Fließverkehr zu Recht kommen.  
  • Andere wieder verlassen sich hauptsächlich auf den Rückspiegel, wo Ihr Buchhalter oder Steuerberater Ihnen eine Momentaufnahme über die zurückgelegte Quartalsstrecke gibt. 
  • Manche Unternehmenslenker sorgen  jedoch auch aktiv dafür die eigenen Zahlungsflüsse für die nächsten Monate zu steuern, in dem sie Liquiditätspläne bzw. Vorschauplanungen erstellen. 

 

Warum jetzt mehr auf anderen Unternehmen achten und was hat das mit dem Cash-Flow zu tun? 

 

Selbst wenn das eigene Unternehmen nicht selber direkt zu einer Krisenbranche wie dem Tourismus, Automotive, Einzelhandel, Fitnessstudios etc. zählt, können die Auswirkung in der nächsten Zeit signifikant sein. Selbst wettbewerbsfähige Unternehmen können von den Auswirkungen von gravierenden Naturereignissen wie Covid-19 bzw. Corona derart direkt und auch indirekt bedroht sein, dass sie aus dem Markt ausscheiden müssen. 

 

Denn selbst wenn man die Vollbremsung glimpflich gemeistert hat, können nachfolgende Fahrzeuge einen Totalschaden beim eigenen Wagen verursachen, da andere Lenker zu spät gebremst haben, mit den Umständen nicht entsprechenden Geschwindigkeiten unterwegs waren oder Abstandsregeln nicht beachtet haben. Gleiches ist auch hinsichtlich der erlittenen ökonomischen Vollbremsung zu beachten. 

 

Vom Wettbewerbsvorteil zum Wettbewerbsnachteil 

 

Beispielsweise kann ein Softwareentwicklungsunternehmen, dass die Entwicklungsarbeit auch während des Lock-Down fortsetzen konnte, härter als andere betroffen sein, wenn ein Gutteil des Geschäftes bislang von Hotels und Reisebüros beauftragt worden ist. 

 

Ein Fokus auf eine Branche, die vorher aufgrund des erworbenen Spezial-Know-hows ein Wettbewerbsvorteil war, kann mit einem Schlag zu einem Wettbewerbsnachteil oder sogar zu einer existenzbedrohenden Faktor werden. Da die Auswirkungen für die einzelnen Branchen nicht regional beschränkt sind, sondern überregional zutreffen, ist auch nicht das Ausweichen auf andere Regionen möglich. Folglich ist bei Beibehaltung des bisherigen Geschäftsweges mit Umsatzrückgängen und damit mit Liquiditätsengpässen zu rechnen. 

 

Bei einigen Unternehmen hat diese bereits zur Folge, dass ein Insolvenzantrag erforderlich war, weil Anträge auf Kredite und Hilfsmittel abgelehnt wurden oder der Geschäftsführer von einem positiven Fortbestand des Unternehmens selbst nicht überzeugt war. 

 

Ist wirkliche mit einer Insolvenzwelle zu rechnen? 

 

Maßnahmen von Regierungen, wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht oder Moratorien von Finanzämter und Gesundheitskassen auf Konkursanträge haben eine umgehende große Pleitewelle fürs Erste abgewendet. Fürs Erste.

 

Doch dürften dadurch Unternehmensinsolvenzen nur zeitlich nach hinten verschoben worden sein. Zahlreiche Experten wie Dr. Christian Gerloff, (Fachanwalt für Insolvenzrecht, Sanierungsexperte) und Thomas Kurz (Wirtschaftsanwalt, Insolvenzverwalter), rechnen mit deutlich steigenden Unternehmenspleiten im Herbst 2020. Hier ein paar Kommentare:

 

“Ich persönlich rechne für das kommende Jahr mit mehr als 30.000 Unternehmensinsolvenzen und einer Arbeitslosenzahl zwischen vier und fünf Millionen“, Biner Bähr, (Rechtsanwalt Insolvenzexperten), 

 

“Ab Herbst und im Winter droht dann eine weitere Insolvenzwelle. Die Mittel helfen zwar Zeit zu gewinnen, erhöhen langfristig aber den Schuldenstand. Nicht alle Unternehmen werden diese zusätzliche Belastung tragen können.“ Rainer Eckert (Insolvenzverwalter und Sanierungsexperte),  

 

„Viele Insolvenzexperten hatten das Schutzschirmverfahren schon abgeschrieben. Jetzt brauchen wir es dringender denn je, damit wettbewerbsfähige Unternehmen nicht aufgrund der Auswirkungen von gravierenden Naturereignissen aus dem Markt ausscheiden müssen.“ Tillmann Peeters, Restrukturierungsberatung Falkensteg

 

Einschätzungen von Coface, einem Internationalen Netzwerk von  Experten für Kreditversicherung und Risikomanagement, zur Folge ist mit einer Zunahmen der Unternehmensinsolvenzen von plus 25 Prozent für 2020 zu erwarten. 

 

Hierbei wären die westeuropäischen Volkswirtschaften (+18%)  – Deutschland (+11%), Frankreich (+15%), Vereinigtes Königreich (+33%), Italien (+18%) und Spanien (+22%) zwar weniger als die Vereinigten Staaten (+39%) betroffen, doch wird es im allgemeinen eine beträchtliche Herausforderung sein, von der keine Branche verschont bleiben wird.

 

Was ist zu tun? Cash-mäßige Standortbestimmung

 

Der allererste Schritt ist, unabhängig wie gut oder schlecht auch ein Unternehmen durch die letzten Monate gekommen ist, sich ein Bild über die aktuelle Liquidität zu verschaffen. Dies beinhaltet nicht nur den aktuellen Stand des Bankkontos sondern vor allem auch die offenen Posten der nächsten 3 bis 6 Monate. Diese Standortbestimmung ist unerlässlich. Denn in vier von fünf Insolvenzfällen wird eine mangelhafte Steuerung der Liquidität festgestellt. 

 

Geschäftsmodell vor und nach Corona-Lock-Down

 

In einem zweiten Schritt sollte das eigene Geschäftsmodell hinterfragt werden. Der Lock-Down ist nicht nur ein wirtschaftlicher sondern vor allem auch ein gesellschaftlicher Schock. Unternehmen und auch private Verbraucher mussten ihr Verhalten umstellen. Einige von diesen Veränderungen werden zur gewohnten Verhalten werden. Daher ist zu überdenken, wie hierbei das eigene Geschäftsmodell sowohl positiv als auch negativ betroffen sein könnte. 

 

Wer hier noch einen konkreten Startpunkt braucht, nimmt sich am besten das Thema Digitalisierung vor. Etliche Prozesse, wie das Rezept für Medikament, Bewerbungsgespräche, Teambesprechungen, Schulunterricht erhielten innerhalb von wenigen Wochen einen Digitalisierungsschub, der zuvor von einigen verzögert, abgelehnt oder schlicht ignoriert wurde.  

 

Unternehmer und auch viele Geschäftsführer sind in der Regel Macher und haben Erfahrungen darin Hürden zu überwinden. 

 

Sie suchen nach neuen Marktchancen und suchen Wege um den Transfer von  Spezial-Know-Hows und der Kompetenzen auf anderen Bereiche einzuleiten. Diese Qualität ist jetzt und in der kommenden Monaten gefragt. Im gleichen Atemzug ist jedoch auch dafür zu sorgen, dass die erzwungen oder aktiv eingeleiteten Änderungen im Geschäftsmodell mit Zahlen hinterlegt werden. Denn die Liquidität ist für jeden Betrieb, für jede Organisation genauso notwendig, wie das sauerstoffreiche Blut für Sportler, Bergsteiger und generell jeden Menschen unabdingbar ist. 

 

Hinzu kommt, dass bei Betrachtung dieser Zahlen für die nächsten Monate noch etwaige Dominoeffekte aufgrund der zu erwartenden Insolvenzwelle zu berücksichtigen sind. Denn Liquiditätsengpässe können sich bei eine Insolvenzwelle über mehrere Ebenen durchschlagen. Bekommen die eigenen Kunden Zahlungsschwierigkeiten, da andere Unternehmen Rechnungen nicht mehr begleichen können, bedeutet dies Stress für die eigene Liquiditätssteuerung.  

 

Die laufende Planung und Überwachung – von der Kür zur Pflicht

 

Es ist angebracht, den ersten Schritt „Standortbestimmung hinsichtlich der eigenen Liquidität“ in eine rollierende Liquiditätssteuerung überzuführen, sodass diese mindestens zu einer wöchentlichen Muss-Tätigkeit wird. Sofort werden hierbei bei einigen die üblichen Abwehrreaktionen auftauchen, „das kostet zu viel Zeit“, „das steht sich nicht dafür“, „die Quartals Durchsprachen haben bislang gereicht“, „nur die ersten drei Mal funktionierte das manuelle Aktualisieren“, „es klappte, bis der Verantwortliche Excel-Bediener das Unternehmen verließ“ usw. Diese Abwehrmechanismen sind realen Erfahrungen geschuldet und damit legitim. Gleichzeitig interessiert dies jedoch keinen Insolvenzverwalter, keinen Investor, keinen Lieferanten, keinen Kreditgeber. 

 

Es geht nämlich heute auch anders. Es gibt innovative Werkzeuge zur Liquiditätsplanung und -steuerung, die einen genauso bestmöglich unterstützen wie die Bremsassistenten,  Spurassistenten usw. in modernen Fahrzeugen. COMMITLY ist ein solcher intelligenter Assistent für Unternehmen und Geschäftsführer. Ein Liquiditätsplan kann weiters dazu beitragen, dass Geschäftsführer nicht in die private Haftung schlittern. 

 

Daher schieben sie gewohnten Abwehrreaktionen und Ausreden zur Seite und halten Sie ihr Unternehmen mit modernen Assistenten wie COMMITLY in der Spur. Denn die Wege werden nicht nur für die Autos im Herbst 2020 rutschig und herausfordernd werden. 

 

Credits: Photo by Mika Baumeister on Unsplash

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