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Der Businessplan

Der Businessplan: unverzichtbares Element moderner Unternehmen
Ohne Plan ist alles schwierig – und das trifft insbesondere auf die Unternehmensgründung und die langfristige Führung von Firmen zu. In diesem Beitrag besprechen wir daher das Thema Businessplan: Was ist das, wie funktioniert er und wie verhilft er meinem Unternehmen zu mehr Erfolg?
Was ist ein Business Plan?
Grundsätzlich handelt es sich beim Business-Plan um eine strukturierte(!) Zusammenfassung eines Geschäftskonzeptes. Darin enthalten sind mehrere Punkte. Sie klingen vermeintlich einfach und selbstverständlich, doch ihre genaue Ergründung ist dennoch notwendig:
Strategie
Wie soll deine Geschäftsidee im Detail überhaupt funktionieren? Träumen können wir alle – die Umsetzung ist es, an der es meistens scheitert. Eine Strategieausarbeitung hilft, diesem potenziellen Scheitern entgegenzusteuern.
Risikoanalyse
Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Egal, wie dein Geschäftskonzept aussieht: Mit Risiken (und damit verbunden auch Chancen) wirst du immer zu kämpfen haben. Diese werden in diesem Schritt zusammengefasst.
Zielgruppe
Es gibt keine Produkte, die für ausnahmslos jeden Menschen geeignet sind. Mit einem neuen Sportgerät wirst du keine hochbetagten Menschen erreichen – und elegante Kleider sprechen keine Teenager an. Analysiere also deine Zielgruppe möglichst exakt.
Finanzen / Finanzplan
Eine Idee mag gut sein – aber ist sie auch finanzierbar? Wie viel kostet die Herstellung deines Produktes oder das Angebot einer Dienstleistung und für wie viel Geld kannst du sie (realistisch betrachtet) weiterverkaufen?
Vor allem mit dem wirtschaftlichen Anteil des Businessplans steht und fällt oft dessen Umsetzung. Das gilt besonders, wenn du ein Projekt umsetzen möchtest, das dir am Herzen liegt – denn die bittere Realität der Unwirtschaftlichkeit schlägt dann besonders hart zu. Möglicherweise ist der Kapitalbedarf so hoch, dass du das Vorhaben an dieser Stelle gleich wieder zu Grabe tragen darfst.
Am Ende wirst du also vorrangig einen Businessplan erstellen, um Ideen, Ziele und die Finanzen der Unternehmensgründung unter die Lupe zu nehmen. Hol dir dazu unbedingt einen möglichst unabhängigen Berater mit ins Boot (oder einen Freund mit einer gesunden Portion Skepsis). Ja-Sager kannst du in dieser Phase nicht gebrauchen, sondern Menschen, die sich nicht scheuen, unangenehme Fragen zu stellen.
Es kann nicht schaden, sich ein Businessplan Beispiel anzusehen. So wird aus abstrakten Vorstellungen ein greifbarer Prozess.
Machst du alles richtig, hast du dir am Ende einen kleinen Leitladen erstellt, der dir auf dem Weg helfen wird.
Sinn und Zweck des Businessplans
Klar ist: Ohne Business Plan wird es schwierig, Banken und andere Investoren vom eigenen Vorhaben zu begeistern. Sitzt du in einer Bank einem Berater gegenüber, der dir einige typische Fragen für Unternehmensgründer stellt und du antwortest ausweichend und wenig vorbereitet, schwinden deine Chancen auf eine Kapitalspritze drastisch(!). Das gilt übrigens auch und ganz besonders für interne Stakeholder, wie z.B. Bereichsleiter oder Vorstände.
Man könnte daher argumentieren: Ich brauche eine Businessplan Vorlage, um Investoren zufriedenzustellen.
Das ist im Kern richtig, doch die Realität sieht so aus, dass du vor allem für dich selbst daran arbeitest. Es mag anstrengend wirken und sicherlich wirst du es kaum erwarten können, mit dem eigentlichen Tagesgeschäft loszulegen. Ohne einen Plan wirst aber auch du schnell merken, dass du wichtige Fragen einfach nicht beantworten kannst – und dann steht das gesamte Projekt still.
Einer der Hauptgründe für das Scheitern junger Unternehmen innerhalb der ersten drei Jahre ist der Mangel an Planung. Viele unerfahrene Unternehmer gehen in ihren Annahmen von einer statischen Welt aus: Ich eröffne an Standort A ein Bekleidungsgeschäft, denn in dieser Straße sind immer viele Menschen unterwegs, sodass für Kundschaft gesorgt ist.
Die dynamische Realität sieht jedoch so aus, dass die Konkurrenz auf die gleiche Idee kommen könnte, dass Bauarbeiten an der Straße den Kundenfluss bremsen könnten, dass sich deine Zielgruppe in den nächsten Jahren aus dem Stadtteil zurückziehen könnte und so weiter. Bist du in der Lage, für alle Eventualitäten vorsorgen? Natürlich nicht! Aber du kannst deine Finanzen so planen, dass ein gewisser Puffer vorhanden ist – dass du also auch durch „schlechte Zeiten“ kommst, ohne dass du das Geschäft schließen musst.
Ein Businessplan ist daher in erster Linie auch ein Instrument, das du verwendest, um dich gegen Risiken abzusichern. Wer einfach „draufloswirtschaftet“, wird keinen Erfolg haben. Der Plan ist damit auch ein Wegweiser, auf den du dich verlassen kannst, wenn das Gelände einmal undurchsichtig wird und es in Strömen regnet.
Wie erstelle ich meinen Businessplan?
Die Versuchung ist groß, einfach ein Businessplan Muster zu nehmen, den bestehenden Namen gegen deinen eigenen auszutauschen und den Plan abzugeben. Diese Idee ist deshalb so verführerisch, weil die Erstellung eines Businessplans so aufwendig ist. Wie viel einfacher es doch wäre, diese Arbeit komplett auszulagern!
In der Praxis raten wir dringend davon ab: Die meisten guten Investoren kennen bestehende Businessplan Beispiele zur Genüge. Das würde ein schlechtes Licht auf dich werfen, da die Person – wohl zu Recht – sofort erkennen würde, dass du nicht mit vollem Elan hinter deiner Idee stehst. „Wenn ein Mensch schon keinen Plan erstellen kann, wie soll er dann ein Unternehmen führen?“
Am Anfang ist es eine enorme Herausforderung, diesen Businessplan zu erstellen: Du sitzt – vielleicht allein, vielleicht auch mit Geschäftspartnern – vor einem leeren Blatt Papier. Je leerer das Blatt, desto einschüchternder wirkt es.
Excel oder Word zur Businessplan Erstellung
Sehr einfach geht es mit Programmen wie Excel oder Word. Du schreibst einfach los und erstellst im Laufe der nächsten Tage und Wochen den Plan. Auch, wenn diese Methode heute als etwas veraltet angesehen wird, gilt: Machst du deine Sache überzeugend und bist du mit Leidenschaft bei der Sache, spricht nichts dagegen.
Verwendung von Vorlagen
Die zweite Methode besteht in der Nutzung von Vorlagen. Vorlagen bringen Struktur und Sicherheit in das Businessplan Muster. Das ist ein Vorteil, da du auf diese Weise „nur“ einige Felder ausfüllen musst. Unerfahrene Anwender plagen hier eher andere Fehlerquellen, wie etwa komplexe Excel-Formeln und Formatierungen. Aus unserer Sicht ist es daher fast noch besser, die erste Methode zu wählen.
Spezielle Businessplan Software
Zuletzt hast du noch die Option, spezielle Software für den Businessplan zu verwenden.
Programme dieser Art sind mit Hinweisen und Assistenten angereichert, Formatierungen und Gliederungen bestehen bereits und jede noch so winzige Kleinigkeit lässt sich anpassen, auch wenn du kein Softwareveteran bist. Am Ende druckst du den fertigen Businessplan damit auch aus oder versendest ihn direkt via E-Mail.
Der Nachteil an dieser Methode ist offensichtlich: Sie kostet Geld. Software dieser Art gibt es nicht umsonst, um eine Investition kommst du also nicht herum. Wahrscheinlich handelt es sich aber auch um die effektivste, vielversprechendste Art, Investoren einen Businessplan zu unterbreiten.
Was gehört in meinen Businessplan?
Viele einzelne Punkte ergeben am Ende einen komplettierten Businessplan. Mit einer DIN-A4-Seite ist es nicht getan – eher ist es schon eine kleine Dokumentensammlung, die bei den Investoren auf dem Schreibtisch landet:
Grundlegende Idee und Zielgruppe
Was ist deine Idee, was ist dein Angebot und wen sprichst du damit an? Werde dabei so konkret wie möglich und erläutere genau, welche Art von Sportschuhen (beispielsweise) du an welche Personengruppen verkaufen möchtest.
Der Wettbewerb
Wie umfangreich ist dein Markt und wie wird er sich in Zukunft entwickeln? Welche Mitbewerber existieren sowohl regional als auch im Internet und wie kannst du in diesen (oft hart umkämpften) Markt eindringen? Wer blauäugig in die Sache geht, bekommt am Ende meist auch ein blaues Auge.
Unternehmensziele
Die Auflistung von kurz- bis langfristigen Zielen geben Richtung und Strategie vor und lassen Investoren wissen, dass du dir nicht nur über das Hier und Jetzt Gedanken gemacht hast, sondern auch über die kommenden Jahre – und darauf kommt es diesen Personen vorrangig an.
Unternehmensstrategie
Mit welcher Strategie setzt du deine soeben ins Auge gefassten Ziele um? Was für einen Nutzen bietest du den Kunden, der nicht vorher bereits am Markt vertreten war? Was ist dein Alleinstellungsmerkmal? Werde hier so konkret wie möglich.
Marketing
Ohne Werbung geht es (leider) nicht. Kennt der Kunde dich nicht, wird er auch nicht zu dir kommen. Das Marketingbudget ist oft sehr begrenzt, sodass du jeden Euro so effizient wie möglich einsetzen musst. Stelle hier vor, auf welchen Kanälen du deine Zielgruppe kostengünstig und effektiv ansprichst.
Rechtliches
Rechtsformen und Genehmigungen, voraussichtliche Steuerbelastungen, Unternehmensnamen und Vorstellungen, wie sich die Buchhaltung abwickeln lässt: Das sind alles sehr trockene Themen, für die sich kaum jemand begeistern kann – doch notwendig sind sie leider.
Organisation des Betriebs
Wo arbeitest du mit wie vielen Mitarbeitern und wie sind diese strukturiert? Warum bist du gut geeignet, um dieses Vorhaben umzusetzen? Wer auf diese Fragen nicht antworten kann, hat kaum Chancen – denn Investoren lieben geordnete und damit gut planbare Teams.
Finanzierung
Wie viel Kapital brauchst du und wie planst du die Beschaffung dieser Gelder? Hast du umfangreiche finanzielle Mittel in der Hinterhand oder kalkulierst du praktisch auf Messers Schneide? Geplante Investitionen und Liquidität sind Themen, die auf jeden Fall von Investoren beleuchtet werden.
Risiken- und Chancenabwägung
Wo liegen deine Stärken und große Wachstumspotenziale und welchen Schwächen musst du dich stellen? Baue hier einen Plan auf, der genau aufzeigt, wie du Möglichkeiten maximal ausnutzt und Risiken gleichzeitig bestmöglich minimierst.
Zusammenfassung (Executive Summary)
In der abschließenden Zusammenfassung (oft wird auch der englische Begriff der Executive Summary benutzt) gibst du noch einmal einen ganzheitlichen Überblick über alle wichtigen Aussagen. Unterschätze diese Seite nicht: Oft überfliegen Leser den Rest und schauen sich gleich die Zusammenfassung an. Das ist zwar nicht richtig, aber gang und gäbe – pass hier also besonders auf.
Fertig: Diese wesentlichen Punkte sind in einem guten Plan vorhanden und auch in jeder ansprechenden Businessplan Vorlage zu finden. Nimm dir dafür genauso viel Zeit und steck so viel Herzblut rein wie in dein eigentliches, geplantes Geschäft.
Sollte ich mir Hilfe holen?
Unbedingt! Kaum jemand erstellt aus dem Nichts heraus einen Businessplan, geht zu einer Bank, bekommt einen Millionenkredit und spaziert wieder heraus. Es ist viel harte Arbeit mit diesem Plan verbunden – und die wirst du wahrscheinlich nicht allein stemmen können.
Die einfache Möglichkeit besteht darin, im Freundes- und Bekanntenkreis zu fragen: Vielleicht kennst du einige Gründer und kannst dir Tipps holen. Die einzige Hürde, die es dabei zu beachten gilt, ist der andere Gründer selbst – denn Selbstständige sind normalerweise nicht dafür bekannt, sich viele Stunden mit dir hinsetzen und Probleme erörtern zu können. Zeit ist Geld!
Eine Alternative besteht darin, Beratungsangebote und Seminare in Anspruch zu nehmen. Einige sind kostenlos, andere (die meisten von ihnen) sind mit finanziellem Aufwand verbunden. Hier lernst du im Prinzip nur etwas über die Grundlagen, denn: Natürlich sitzt du mit mehreren Teilnehmern in einem Seminar. Auf dein spezielles Projekt wird man dort nicht eingehen.
Die Krönung wäre ein eigener Coach: Mit ihm wirst du einen Businessplan erstellen und so sicherstellen, dass Fehler kaum oder gar nicht auftreten. Allerdings ist dies auch mit einem wesentlich höheren Preis verbunden als die Nutzung eines einfachen Seminars. Hier ist es dann auch nicht so sehr die Frage, ob dir der Coach das Geld wert ist – sondern ob du es dir leisten kannst.
Am Ende gilt: Schau dir einige Businessplan Beispiele an, und erarbeite dann in Ruhe – am besten mit deinem Team – einen eigenen Plan. Welchen Weg du dafür einschlägst, bleibt dir überlassen. Nur überhastet solltest du auf keinen Fall vorgehen.
Credits: Photo by Volodymyr Hryshchenko on Unsplash